Wohn Riester Wiki! Gibts nur Nachteile?
Bei einem sog. Wohn Riester werden die Zulagen vom Staat und die Eigenbeiträge aus der Ansparphase genutzt, um bei Renteneintritt ein Haus zu bauen oder eine Wohnung zu kaufen oder ein bereits erworbenes Wohneigentum zu entschulden. Die Bedingung für ein Wohn Riester lautet: Die Immobilie muss selbst genutzt sein, und zwar mindestens 10 Jahre lang. Wenn die Steuer auf die Auszahlung von Wohn Riester sofort komplett gezahlt und in diesem Fall ein Rabatt von 30% genutzt wird, dann gelten sogar 20 Jahre Eigennutzung als Voraussetzung. Wenn der Eigenheimbesitzer in dieser Zeit stirbt, übernehmen die Erben derlei Verpflichtungen.
Hintergrund des Wohn-Riester-Modells ist, dass Wohneigentum als Altersvorsorge genauso gefördert werden soll wie andere Arten der privaten Altersvorsorge. Tatsächlich ist es aber so, dass Wohn Riester im Vergleich zu anderen Vorsorgeprodukten – dazu gehört ebenso der klassische Riester-Vertrag – erhebliche finanzielle Vorteile hat. An der Behauptung, Wohn Riester sei die beste Vorsorge fürs Alter, die man derzeit in Deutschland kriegen kann, ist was dran.
Bei dieser neuen Eigenheimrente wird wie bei der herkömmlichen Riester-Rente die nachgelagerte Besteuerung angewandt: Die Beiträge bleiben steuerfrei, das heißt: sie reduzieren den Verdienst und ermöglichen so Steuervorteile. Erst die Rente selbst muss man versteuern – mit dem dann geltenden persönlichen Steuersatz.
Das Thema Steuern beim Wohn Riester kann man kompliziert darstellen, denn das ist es auf jeden Fall. Oder einfach. Die einfache Erklärung lautet: Alles, was man angespart und an staatlicher Förderung erhalten hat, wird bei Umwandlung in Wohneigentum oder Tilgung von Schulden bei Eintritt in die Rente besteuert. Angenommen, es hat sich in der Ansparphase eine Summe von 40.000,- € gebildet. Dann hat man die Wahl. Entweder zahlt man auf die angesparte Summe die Steuer insgesamt und sofort oder man stottert sie beispielsweise 20 Jahre lang ab. Im ersten Fall sind bei einem persönlichen Steuersatz von 20% (Beispiel) auf einen Schlag 8.000,- € fällig – abzüglich 30% Rabatt für Sofortzahlung – so verbleiben 5.600,- € Steuerschuld, die an das Finanzamt zu überwiesen sind. Wenn man die Steuerschuld aber lieber abstottern möchte, sind jedes Jahr bei 20 Jahren Laufzeit 5% der Ansparsumme in die Steuererklärung einzurechnen. Das heißt: 2.000,- € werden mit dem persönlichen Steuersatz von 20% zu 400,- € Steuerschuld per anno oder 33,33 € monatlich. Diese Variante ist keine Bestrafung. Lediglich der Verzicht auf den Sofortrabatt von 30% schlägt zu Buche. Dafür zahlt man für WohnRiester eine Steuer, die sehr überschaubar ist. Wer dann noch die Inflation hinzurechnet und weiß, dass der Steuerbetrag gleichwohl nicht steigt, wird die monatliche Belastung bei dieser Sichtweise besonders zu schätzen wissen, denn ganzheitlich betrachtet wird sie von Jahr zu Jahr sogar geringer. Was will man mehr?
Kluge Bauherren und Wohnungskäufer können zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, wenn sie ihr Eigenheim mit einem Riester-Darlehen finanzieren. Denn für ein günstiges Riester-Darlehen zahlen sie weniger Zinsen als für einen ungeförderten Kredit. Außerdem sparen sie durch staatliche Zulagen und Steuervorteile viele tausend Euro. Erste Wahl sind die Riester-Kredite der Bausparkassen, die aus einem Darlehen und einem Bausparvertrag bestehen. Das Fazit ist eindeutig: Günstiger geht es nicht ins Eigenheim.
